Claudia (santafrog)

Wohnort: Wien
Aktivität: Betreuung im Nymphensittich Forum
Andere Interessen: Lesen, Handarbeiten, mein Garten
Eigene Tiere: vier Nymphensittiche, ein Kater
Kontakt:

Wie ich zu den Häubchen kam:

Eigentlich wollte ich nach meinen Kindheitserfahrungen mit Wellis nie mehr Vögel haben. Ich bekam einen Welli, der nach nur eineinhalb Jahren auf Grund einer Erkrankung starb. Kurze Zeit später bekam ich wieder einen und dieser entwischte nach einem halben Jahr meinem Papa. Danach sagte ich klipp und klar „Ich will keine Vögel mehr!“

Doch wie es im Leben so ist, es kommt immer anders als man denkt. Ich heiratete und mein Mann wollte unbedingt einen Nymphensittich. Er kannte die Vögel aus Australien und war vernarrt in sie. So holten wir vor 20 Jahren Trillo. Es war eine Zeit in der Einzelhaltung als völlig normal galt, ja sogar empfohlen wurde in den Fachbüchern. Wir wussten es leider nicht besser.

Sie war eine ganz süße Perle, total lieb und trotz Einzelhaltung ein sehr ruhiges Tier. Leider sind menschliche Beziehungen nicht immer fürs Leben geschlossen und so musste ich die kleine Maus nach der Trennung zurücklassen. Ich hatte Trillo im Herzen mitgenommen und eigentlich nicht vor selber wieder Vögel zu halten.

10 Jahre später: Es kam ein neuer Mann in mein Leben und irgendwann kam er mit dem Wunsch: „Du ich möchte einen Welli.“

In meiner Bedenkzeit stieß ich auf die Internetseite dieses Projektes und erkannte wie wichtig es ist sie nicht alleine zu halten und das es auch nicht mit einem normalen Käfig getan ist. „Arme Trillo“ war ein Gedanke der mir bei fast jedem Satz kam. Ich wusste es damals nur einfach nicht besser.

Nach einiger Zeit sagte ich „Ok, aber wie gefallen dir Nymphensittiche?“ Kannte er nicht und so zeigte ich sie ihm in einem Zoofachgeschäft. Wir kauften direkt zwei Häubchen und wie es eben ist, wenn man glaubt alles zu wissen macht man es natürlich falsch! Es zogen Rowdy und Pinky bei uns ein, zwei Hennen. Nach ein paar Monaten zickten sich die beiden Damen nur noch an und ab diesem Zeitpunkt wurde ich ein aktives, zuerst nur ständig fragendes Mitglied des Forums.


Eines war klar, es mussten zwei Hähne gefunden werden und so zogen Caruso und Troubadix bei uns ein. Sie waren Brüder und wurden nach einem Todesfall vermittelt. Caruso und Pinky wurden schon nach zwei Wochen ein festes Paar. Rowdy und Troubi fanden leider nicht zu einander, aber es verlief im Schwarm alles harmonisch.

Als wir die Beiden holten, saß dort noch ein Hähnchen – Franzl. Er gehörte der Schwiegertochter, die taub war, und sie wollte den Kleinen auf keinen Fall abgeben. Wir blieben in Kontakt, ich schickte Fotos von meiner Bande und einen Monat später holten wir Franzl zu uns. Durch seine Einzelhaltung war er ein schwerst verstörtes fehlgeprägtes Vögelchen geworden.

Nach eineinhalb Jahren Resozialisierungversuch, in denen Franzl zwar enorme Fortschritte machte, mussten wir leider dennoch erkennen, dass es uns nicht möglich ist Franzl weiter zu behalten. Wir konnten einfach nicht mehr. Seine Schreianfälle über mehrere Stunden hinweg waren nicht mehr zu ertragen. Immerhin lernte er bei uns mit anderen Nymphen wieder auszukommen und war mit Troubi sogar befreundet. Wir fanden für Franzl einen akzeptablen Platz, Innen- und Außenvolierenhaltung in einem großen Schwarm, trotzdem mit menschlichem Bezug.

Die Zeit verstrich und alles war gut im Hause Nymph, doch vor einigen Monaten verstarb unerwartet mein Troubadix. Die Entscheidung stand an, entweder Rowdy vermitteln oder wieder einen Hahn aufzunehmen. Irgendwie brachte ich es aber nicht fertig meine Sturmhaube wegzugeben und so zog der Jungspund Coco bei uns ein. Er brachte die Truppe mal ordentlich auf Vordermann und wir hoffen das er und Rowdy auch das große Glück bei uns finden.

Ich habe in diesem Forum so viel Hilfe, Wärme und Menschlichkeit erfahren und freue mich sehr ein Teil des Teams zu sein und ein wenig davon zurückgeben zu können.