Macken meiner Mausi

Tilo hat eine Nymphenhenne, die schon eine sehr extreme Verhaltensstörung zeigt. Sie stranguliert sich selber am Volierengitter. Entwickelt hat sie dieses Verhalten vermutlich in der Zeit, als sie in einem 40cm-Käfig mit zwei anderen Nymphensittichen leben musste. Tilo hat einen Bericht dazu verfasst und uns ein Video zur Verfügung gestellt, welches ihr am Ende des Beitrags herunterladen könnt.

Am 02.08.2004 hab ich in einem kleinen Zoogeschäft zwei sehr junge Nymphensittiche gekauft. Sie saßen zu zweit in einem viel zu kleinem Käfig (der Dritte war den Besitzern einen Tag vorher entflogen, es waren alle drei Geschwister).

Nun bei mir angekommen waren sie recht aufgeweckt und richtig entdeckungsfreudig, so dass nicht viel Zeit verging und sie machten schon die Näpfe unsicher. Ich hatte beide in einem 70x60x40cm (H/B/T) Käfig untergebracht, den ich extra ein paar Tage vorher schon eingerichtet hatte.

Am 3. Tage ließ ich sie das erste Mal fliegen. Nun, beide waren natürlich unterentwickelt was die Flügel anbelangt, doch es klappte recht gut und sie fanden auch den Eingang ziemlich schnell.

Ich war überglücklich, dass ich zwei so lebensfreudige Nymphis hatte….

Doch mein Glück war nicht von langer Dauer, denn das Weibchen, Mausi, fing nach ein paar Tagen an sich am Gitter zu strangulieren. Ich geriet natürlich in Panik, da es ziemlich heftig aussah. Ich öffnete den Käfig und Mausi kam ganz schnell angeklettert, als sie draußen war, war sie ganz ruhig.

Das war der erste Tag an dem die Nymphen - bei uns Schnuffis genannt - fast den ganzen Tag draußen bleiben durften. Abends waren sie meistens so müde, dass wir sie leicht auf einem Stock sitzend rein bekamen.

Der Hahn, Schnuffi, wurde als erster zahm. Es dauerte nicht lange und Mausi war es auch, ich glaub das war nach etwa einem Monat.

Ich dachte ich könnte es noch mal probieren, dass die Beiden für eine bestimmte, kurze Zeit im Käfig eingesperrt blieben ,denn ich musste ja auch noch lüften und säubern; doch es war vergeblich…

Es ging sogar so weit, dass meine Maus mit dem Schnabel zwischen den Gitterstäben hängen blieb und kreischte.

Mausi schrie die ganze Zeit über, ich dachte sogar daran sie abzugeben, weil sie den ganzen Tag über nichts anderes machte, doch so leicht wollte ich es mir nicht machen.

Ich beschloss, dass meine Nymphis Dauerfreiflug bekommen sollten, also machte ich mein Zimmer vogelsicher und die Voliere wird nur noch zum Fressen genutzt.

Doch wann immer ich meine Fenster öffne oder aus anderen Gründen die inzwischen gewachsene Voli (1,60x1,70x70cm) schließen muss, wird Mausi rückfällig.

Mausi wird zuerst nervös, fängt an sich hektisch zu putzen und an ihrem Ring und Fuß zu knabbern. Wurde bis dahin nicht die Tür geöffnet, geht sie zum Gitter und steckt ihrem Kopf zwischen die Beine durch und zieht diesen fest zur Seite hoch, wobei sie sich immer wieder in die Füße beißt. Es kommt auch vor, dass sie ihren ganzen Kopf durch eine kleine Öffnung presst und fest hängt und selbst da beißt sie sich in ihre Füße.

Tilo Koch

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