Verhaltensstörungen

In der Einführung haben wir dargelegt, dass Nymphensittiche sehr soziale Tiere sind, die auf Störungen ihrer natürlichen Lebensweise empfindlich reagieren. Somit ist es nicht verwunderlich, dass es heute etliche beschriebene Krankheitsbilder gibt, welche auf Verhaltensstörungen basieren. Hat sich eine Verhaltensstörung manifestiert, ist es schwer diese erfolgreich zu therapieren. Während sich die Entwicklung zum verhaltensgestörten Tier oftmals in erschreckend kurzer Zeit vollzieht, ist die Heilung langwierig und schwierig. Wichtigster Aspekt in der Therapie ist die Ursachensuche. Erst wenn die Ursachen beseitigt sind, kann sich ein "echter", also dauerhafter Erfolg einstellen.

Warum sind gerade Vögel von Verhaltensstörungen betroffen?
Vögel leben in Gefangenschaft unter völlig anderen Bedingungen, als in der Natur. Zudem ist das Freilandverhalten von Sittichen und Papageien bisher kaum erforscht. Selbst bei größter Fürsorge kann man keinen natürlichen Lebensraum bieten, der Verhaltensstörungen völlig ausschließt. Jahrzehntelang war es selbstverständlich einen einzelnen Vogel zu halten, der in erster Linie dem Menschen Freude bringen soll. Eine Veränderung im Denken der Halter vollzieht sich nur sehr langsam.

Verhaltensstörungen basieren fast immer auf Fehlern im Haltungssystem. Einzelhaltung und Platzmangel sind dabei die Hauptursachen. Daher ist das Hauptanliegen dieser Seite für grundlegende (Denk-)Fehler in der Vogelhaltung zu sensibilisieren. Verhaltensstörungen vorzubeugen ist wichtiger und auch einfacher, als diese zu therapieren.

Lange Zeit galten Spiegel im Vogelkäfig als selbstverständlich. Heute weiß man, dass sie niemals einen echten Partner ersetzen können und sogar schädlich sind. Weder das eigene Spiegelbild, noch ein Plastikvogel können soziales Verhalten zurückgeben. Artgleiche Gesellschaft, viel Platz und Freiflug beugen Verhaltensstörungen vor.

Einige Fallbeispiele: