Saatenkunde

Schwarze Rispenhirse (Panicum milliaceum)
Gekauft haben wir die Saat als Broomcorn, was eine Unterart des Sorghum wäre. Gewachsen ist jedoch eine lockere schwarze Rispenhirse. Die Körner sind nahezu rund und vergleichsweise groß. Die Nymphensittiche haben die Hirsesorte gut angenommen. Man kann schwarze Rispenhirse auch käuflich erwerben.
Buchweizen (Fagopyrum esculentum)
...gehört zur Familie der Knöterichgewächse. Somit handelt es sich um ein Pseudogetreide (Diese Pflanzen gehören nicht zu den Gräsern). Der Name Buchweizen leitet sich von seinen kastanienbraunen dreikantigen Früchten ab, die eine ähnliche Form wie Bucheckern haben.
Die größten Anbauländer sind China, Russland und die Ukraine. In Deutschland wird er kaum angebaut, was jedoch möglich ist. Saatzeit ist Mitte Mai, die Ernte ist nach etwa 10 Wochen möglich. Vor allem junge Blüten und Samenschalen sind für Säugetiere giftig. Sie führen zu Dermatitis, Lipomen, Sonnenempfindlichkeit. Dafür verantwortlich ist der rote Farbstoff Fagopyrin in den Samenschalen. Ob dies auch für Vögel zutrifft, können wir leider nicht mit Sicherheit sagen. In getrockneter Form ist Buchweizen aber definitiv ungiftig.
10% Eiweiß, 70% Kohlenhydrate (davon 4% Ballaststoffe), 2% Fett
Japanhirse (Echinochloa frumentacea)
...ist eine sehr kleine Hirsesorte mit eckigen Körnern. Japanhirse wird vornehmlich in Ostasien als Nahrungsmittel und in den USA als Futterpflanze angebaut. Die leicht zu entspelzenden Körner werden von Nymphensittichen gut angenommen.
Kiefernsamen, weichschalig & grob
Kiefersaat ist weitgehend unbekannt bei Ziervogelhaltern. Die grobe, weichschalige Sorte ist aber äußerst beliebt bei Nymphensittichen. Die nussigen Körner enthalten viel Fett und sollten daher nur in begrenztem Maß verfüttert werden. Auf Grund ihrer guten Portionierbarkeit eignen sich Kiefersamen hervorragend für das Clickertraining.
Leinsaat (Linum usitatissimum)
...oder auch Leinsamen genannt ist der Samen des Flachs. Er enthält etwa 35% Fett und zählt somit zu den ölhaltigen Sämereien. Die Körner werden schnell ranzig und dürfen daher nicht überlagert sein. Leinsamen haben sich beim Menschen als natürliches Abführmittel bewährt. Ihre abführende Wirkung beruht darauf, dass in der Samenschale Schleime enthalten sind, die durch Wasseraufnahme quellen. Daher darf Leinsaat auf keinen Fall in Keimfutter enthalten sein! Die schleimige Schicht verteilt sich auch in den anderen Saaten und macht das Futter ungenießbar.
Mannahirse (Setaria italica)
...ist eine sehr kleine rote Hirseart. Sowohl gekeimt, als auch trocken ist sie anscheinend sehr lecker für Nymphensittiche. Beim Anbau im eigenen Garten bringt sie nur sehr kleine Kolben hervor, welche aber trotzdem begeistert gefressen werden.
Mohairhirse (Setaria italica)
...hat sehr kleine, spitze Körner und ist nur schwer im Handel erhältlich. Es gibt sie in verschiedenen Farben. Die mehrfarbige Mohairhirse auf dem Bild wird von Nymphensittichen sehr gern gefressen.
Nackthafer (Avena nuda)
...ist nicht zu verwechseln mit geschältem Hafer. Zum Keimen eignet sich nur ungeschälter Hafer (z.B. Avena sativa) und Nackthafer. Von allen gängigen Getreidearten enthält Hafer den höchsten Mineralstoffgehalt. Die Pflanzen bilden Rispen aus, welche sich gut zur Fütterung eignen.
12% Eiweiß, 63% Kohlenhydrate (davon 13% Ballaststoffe), 5% Fett
Platahirse (Panicum milliaceum)
Eine vergleichsweise große und helle Hirseart. Die Pflanze bildet Samenrispen aus, der Hirseanbau ist auch in Deutschland gut möglich.
Senegalhirse (Setaria italica)
Die Samen sind relativ hell und klein. Die Kolben sind von festen Borstenhaaren umgeben. Nymphensittiche fressen die Kolben nur nach Eingewöhnung und ziehen andere Arten vor.
Silberhirse (Helianthus annuus)
Die wohl gängiste Sorte unter den Rispenhirsen. Sie eignet sich gut für den eigenen Anbau und ist in vielen Futtermischungen enthalten. Auch Keimfutter kann man gut aus ihr herstellen.
Sonnenblumenkerne (Panicum milliaceum)
... oder kurz SBK. Der Ölgehalt der Samen liegt zwischen 48 und 52%. Damit sind die Kerne echte "Dickmacher". Sie enthalten dabei aber hauptsächlich ungesättigte Fettsäuren. Weiterhin sind viele wichtige Aminosäuren, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente enthalten. In Maßen gefüttert sind Sonnenblumenkerne beliebte und gesunde Leckerbissen.
Für frische halbreife Samen noch im Blütenkorb lassen viele Nymphensittiche Kolbenhirse liegen. Wer die Möglichkeit zum Anbau hat, sollte dies unbedingt nutzen. Sonnenblumenpflanzen sind sehr pflegeleicht.
Spitzsaat (Phalaris canariensis)
... wird auch Kanariensaat oder Glanz genannt. Die Saat ist für Vögel leicht zu entspelzen und sehr beliebt. Wellensittichfuttermischungen enthalten bis zu 50% Spitzsaat, und auch Nymphensittiche dürfen davon viel fressen. Ein Anbau der Pflanzen ist zu empfehlen, trotz des kleinen Fruchtstandes.
10% Eiweiß, 70% Kohlenhydrate (davon 4%Ballaststoffe), 2% Fett
Weizen (Triticum)
...an sich ist zu hart für Nymphensittiche. In gequollener und gekeimter Form fressen fast alle Vögel ihn sehr gern. Man kann die Körner gut mit einem Tag Vorlauf vorbereiten. Dazu lässt man den Weizen etwa 8 Stunden in klarem Wasser quellen und danach im Sieb hängend stehen. Nach 24 Stunden zeigen sich meist schon die ersten Keimlinge, in diesem Zustand fressen Nymphensittiche den Weizen am Liebsten.
11% Eiweiß, 61% Kohlenhydrate (davon 11% Ballaststoffe), 2% Fett