Vogelfutter - das Grundfutter

Der Hauptteil des Vogelfutters besteht aus Körnern. Als Grundfutter dient eine ausgewogene Körnermischung, die neben den gängigen Saaten auch Wildsamen, Beeren und Kräuter enthalten kann. Eine beispielhafte Zusammenstellung für Vogelfutter finden Sie in der Tabelle. Empfehlenswerte Großsittichmischungen kann man vor allem über das Internet und in einigen gut sortierten Fachgeschäften kaufen. Die Preise liegen bei etwa 3 bis 4€ pro Kg. In Zoogeschäften erhält man häufig Mischungen, die zu viele Sonnenblumenkerne enthalten. Aufgrund ihres Fettgehalts sollten Sonnenblumenkerne aber maximal 5% der Gesamtfuttermenge ausmachen. Auch die tägliche Körnermischung muss nicht langweilig sein. Es empfiehlt sich zusätzlich Futtermischungen für Wellensittiche zu kaufen. Wellensittichfutter kann man zu etwa zwei Dritteln mit Großsittichfutter vermengen. Diese Mischungen werden gern genommen, schaffen Abwechslung und sind zudem fettarm.

Ein hoher Grasanteil ist ein Beitrag zur artgerechten Ernährung. Leider sind Grassaaten auf dem Markt recht teuer. In handelsüblichen Mischungen sind sie nur sehr selten enthalten. Es lohnt sich der Kauf beim Spezialhändler, ggf. auch einzelne Grassamen zum einmischen. ACHTUNG - Rasensaat aus dem Baumarkt ist gänzlich ungeeignet! Nur als Futter deklarierte Ware darf verwendet werden.

Bitte beachten Sie, dass die Vögel durch den hohen Grasanteil mehr Futter (Volumen) benötigen als bei einer üblichen Körnermischung. Grundfutter sollte den Tieren immer in ausreichender Menge zur Verfügung stehen!

Bezeichnung Anteil in %
Kleine Saaten, gut verdaulich
Silberhirse 20
Japan-, Senegal-, Plata-, Mohair-, Manna-, Marokkohirse, Broomcorn und Andere 25
Spitzsaat (auch Kanariensaat genannt) 20
Grassamen - ein wichtiger Bestandteil!
Grassamen, wie z.B. Knaulgras sind ein wichtiger Bestandteil im Grundfutter! 15
Kleine Saaten, öl- bzw. fetthaltig
Hanfsaat
Negersaat
Leinsamen
Rübsen
Nachtkerze
2,5
Größere Saaten, öl- bzw. fetthaltig
Sonnenblumenkerne, weiße
Gurkenkerne
Kürbiskerne
Melonenkerne
Grobe Kiefernsamen
Fenchelsamen
2,5
Sehr kleine Saaten und Gräser
weitere Grassamen
Unkrautsämereien
Spinatsamen
Kressesamen
Radieschensamen
5
Begehrte Zusätze, sorgen für Abwechslung
Milde Kräuter
getrocknete Beeren (Wacholder, Holunder, Feuerdornbeeren,…)
Getrocknetes Obst/Gemüse (Paprika, Mohrrübe, Apfel,…)
Gepufftes Getreide (Weizen, Reis, Amaranth,...)
Zerschnittene Rispenhirse
Knubbel der Kolbenhirse ("gegen den Strich" abziehen)
Getrocknete Blüten (Kamille, Kornblume, Hopfen,…)
10
Nymphensittiche entspelzen ihr Futter, daher sind (Buch-)Weizen, Milo, Dari und Mais ungeeignet. Leider sind die genannten Sorten trotzdem in vielen Mischungen enthalten. Kardi wird ebenfalls von den meisten Nymphensittichen ignoriert. Hafer wird erstaunlicherweise von einigen Nymphensittichen gefressen. Es müssen nicht alle genannten Bestandteile enthalten sein, jedoch sollte jeder Block vertreten sein.

Fertig abgepackte, als Alleinfutter deklarierte Markenfabrikate weisen häufig eine Fülle ungesunder Zusatzstoffe auf.
Auf Futtermischungen, die mit Bäckereierzeugnissen, Zucker, Farbstoffen oder Konservierungsstoffen versetzt sind, sollte man gänzlich verzichten.

Von Frühling bis Herbst sind Vogelfutterpflanzen begehrte Leckerbissen, die man ruhig täglich anbieten sollte, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Sie finden in unserer Futterpflanzen Datenbank eine große Auswahl an ungiftigen Wildpflanzen.

ACHTUNG: In der Ähre von Gräsern und Getreiden kann ein sogenanntes Mutterkorn wachsen. Hierbei handelt e sich um eine Pilzinfektion des Korns. Meist fällt der blauschwarze Parasit an der Pflanze sofort auf, da er mit bis zu 4cm Länge und 3mm Breite wesentlich größer als ein Getreidekorn ist. Es enthält stark giftige Alkaloide, die u.a. neurologische Störungen verursachen. Leider kann es gerade bei Futtermischungen aus Bioanbau dazu kommen, dass diese damit verunreinigt sind. Deswegen sollten Futtermischungen und Getreide immer vor dem Verfüttern kontrolliert werden. Das Bild zeigt ein Mutterkorn bei Dinkel.


Futtermischungen aus der Praxis




Prärie - dieses Grundfutter wurde von uns extra für Nymphensittiche entwickelt. Das Grundfutter ist fettarm konzipiert und zeichnet sich durch einen hohen Grasanteil sowie kleine Saaten aus. Der Grasanteil beträgt etwa 21,5%. Die Basismischungen können durch verschiedene Zusätze erweitert werden. Bitte beachten Sie, dass die Vögel durch den hohen Grasanteil mehr Futter (Volumen) benötigen als bei einer üblichen Körnermischung.



Pampa - eine gesunde Basismischung für Nymphensittiche. Der Grasanteil beträgt etwa 11%. Nach Gewöhnung kann der Grasanteil weiter erhöht werden. Bitte beachten Sie, dass die Vögel durch den hohen Grasanteil mehr Futter (Volumen) benötigen als bei einer üblichen Körnermischung.



Dieses Vogelfutter enthält neben verschiedenen Hirsesorten, auch Leinsaat, Mariendistel, Melonenkerne, Hanf, Nigersaat, Spinatsamen, Rübsen, Nachtkerze, Radieschensamen, Kiefer und wenig Glanz(=Kanariensaat)
Von den Sonnenblumenkernen sind zu viele enthalten, deshalb sollte diese Mischung mit einem Wellensittichfutter ergänzt werden. Einige enthaltene Saaten werden zudem von den meisten Nymphensittichen ignoriert. Dazu zählen Kardisaat, Buchweizen, Milo und Hagebuttenkerne.



Diese Mischung setzt sich vor allem aus kleinen Saaten zusammen, Sonnenblumenkerne werden nicht verwendet. Neben Hirsen, sind auch Grassamen, Spitzsaat und Negersaat enthalten. Die Gurkenkerne, Holunder- und Wacholderbeeren werden von Nymphensittichen ebenfalls gern gefressen.
Es handelt sich um ein Wellensittichfutter, mit dem man gängige Großsittichmischungen gut ergänzen kann.
(2 Teile Wellensittichfutter, 1 Teil Großsittichmischung)



In diesem Großsittichfutter sind keine Sonnenblumenkerne enthalten (das weiße auf dem Bild ist Kardisaat). Dafür sind Melonenkerne und Gurkenkerne enthalen.
Ebereschenbeeren, Hanf und Kiefer und Leinsaat machen die Mischung für Nymphensittiche interessant. Außerdem sind in kleinen Mengen Glanz, Mariendistel, Nigersaat, Spinatsamen, Nachtkerze, Perilla, Rübsen, Sesam und Mohn enthalten.



Was man auf dem Bild sofort erkennt, ist der hohe Anteil an getrockneten Kräutern, Blüten und Beeren.
Dieses Futter kann regelmäßig zur Abwechslung angeboten werden.



In dieser Futtermischung ist viel Knaulgras enthalten, dazu Spitzsaat, Senegalhirse, Mannahirse, Japanhirse, Zichorien und weitere Saaten.
Sowohl für Wellensittiche, als auch für Nymphensittiche ein fettarmes und beliebtes Ergänzungsfuttermittel.



Bei diesem Futter handelt es sich um eine gängige Grundmischung, die mit Eberesche, Kiefer, Melonenkerne, Gurkenkerne, Holunderbeeren, Kanariensaat, Leinsamen, Spinat, Negersaat und Wildsämereien ergänzt wird.
Auch hier sind Saaten enthalten, die viele Nymphensittiche im trockenen Zustand nicht fressen (können): Weizen, Buchweizen, Paddyreis und Hafer.



Trockengemüse in sehr kleinen Stückchen macht dieses Futter zu einem begehrten Leckerbissen. Man kann solche Mischungen zu etwa 2/3 als Grundfutter anbieten. Neben Hirsen sind auch Wildsamen, Spitzsaat, Negersaat und viele weitere Saaten enthalten.



Auf diesem Foto sieht man eine Mischung für Wellensittiche, die Kräuter und getrocknete Beeren enthält. Außerdem sind noch viele kleine Wildsaaten enthalten. Trotz der sehr kleinen Körner wird das Futter begeistert von Nymphensittichen gefressen.



Getrocknetes Gemüse und Kräuter machen diese Mischung zu einem ungewöhnlichen Leckerbissen.
Zusätzlich sind aufgepuffter Mais, Sonnenblumenkerne und Melonenkerne enthalten. Dieses Futter ist nicht als Hauptfutter, als Ergänzungsfuttermittel jedoch hervorragend geeignet.
In dieser Mischung sind sehr viele Kräuter, Beeren und getrocknetes Gemüse enthalten. Unter anderem sind folgende Zutaten drin:
Gemüse: Sellerie, Knoblauch, Pastinake, Lauch, Karotte, Zwiebel, rote Beete, Brokkoli, Blumenkohl Beeren: Berberitze, Sandddorn, Cranberries, Rosinen, Johannisbeeren Kräuter: Vogelmiere, Fenchel, Lavendel, Blüten, Brennessel, Thymian, Pfefferminz, Salbei, Spitzwegerich, Hirtentäuschel, Löwenzahn, Schafgabe, Kamille, Gänseblümchen, Brunnenkresse, Eukalyptus, Ringenblume, Sonnenblumenblätter, Dill
Diese Mischung wird komplett kaum gefressen. Sie eignet sich jedoch sehr gut als Ergänzungsfutter oder um die normale Mischung abwechslungsreich zu erweitern.



Das Bild zeigt keine Grundfuttermischung, sondern eine sehr beliebte Ergänzungsmischung, mit der man langweiliges Futter aufpeppen kann.
Es sind gepuffter Weizen, Mais und Reis enthalten, dazu Kokosraspeln und Sonnenblumenkerne.



Wildsämereien (Unkrautsämereien sehen ähnlich aus) sind sehr fein, und erweitern das Körnerangebot. Man kann solche Saaten zu etwa 10% in die tägliche Hauptfuttermischung hinein geben.